Wer will ich in 1000 Tagen sein?
In meinem ersten Beitrag habe ich erklärt, warum ich diese 1000 Tage mache, und danach, wo ich gerade stehe. Aber eine Frage habe ich bisher nur angerissen, dabei ist sie eigentlich die wichtigste von allen: Wer will ich am Ende sein? Nicht was will ich alles machen, sondern was für ein Mensch will ich sein, wenn ich am 18. Mai 2029 aufwache und 30 werde?
Die 30 ist nicht der Endgegner
Um das gleich klarzustellen: 30 zu werden ist nichts Schlimmes für mich. Ich laufe nicht vor einer Zahl davon. Die 1000 Tage mache ich, um mir ein Ziel vor Augen zu führen, einen Punkt in der Zukunft, auf den ich bewusst zugehe. Bis dahin will ich einiges erlebt haben. Nicht, weil danach angeblich nichts mehr geht, sondern weil "irgendwann mal" bei mir zu oft "nie" bedeutet hat. Die 1000 Tage geben dem Irgendwann ein Datum und einen gewissen Druck etwas anzugehen, was ich sonst nur aufschieben würde.
Die Bucket List: alles, nicht das meiste
Meine Bucket List habe ich hier im Blog schon geteilt. Und mein Anspruch ist klar: Ich will sie abhaken. Nicht die Hälfte, nicht die einfachen Punkte zuerst und den Rest verschieben sondern alles. Das klingt ambitioniert, und genau so ist es gemeint. Wenn die 1000 Tage ein Experiment sind, was alles machbar ist, dann darf die Liste am Ende keine offenen Punkte haben, bei denen ich mir selbst erklären muss, warum es nicht gepasst hat. Ich will sie abhaken, aber selbst wenn ich etwas nicht abhaken kann ist es nicht schlimm und ich kann es nach den 1000 Tagen noch nachholen.
Mein Körper: das lange Spiel
Ich will meinen Traumkörper erreichen bzw. mich einfach sehr wohl im eigenen Körper fühlen und das geht nicht aus dem nichts. Der Anfang ist gemacht, seit Juni bin ich dran mit Joggen, Fitnessstudio, Tennis, Bouldern. Aber zwischen "angefangen" und "angekommen" liegen bei mir eben nicht acht Wochen Transformation, sondern zweieinhalb Jahre dranbleiben. Genau das ist der Punkt: Der Traumkörper ist für mich kein Vorher-nachher-Foto, sondern der Beweis, dass ich Consistency über Jahre halten kann und darüber hinaus. Wie er konkret aussieht und woran ich messe, dass ich da bin, schreibe ich noch auf auch damit ich mich später nicht rausreden kann.
Finanzen: gespart, nicht gehofft
In 1000 Tagen will ich viel Geld gespart haben. Nicht durch Glück oder schnelle Gewinne, sondern durch das, was ich beim Ist-Zustand schon geschrieben habe: langfristig denken, dranbleiben, die Dinge regeln, die man mit Ende 20 geregelt haben sollte. Der Mensch, der ich werden will, schiebt Finanzen nicht mehr vor sich her, sondern er hat ein System, das läuft.
Zu mir selbst finden
Der schwierigste Punkt, weil er sich am wenigsten messen lässt: Ich will in diesen 1000 Tagen zu mir selbst finden. Habits aufbauen, die tragen, auch wenn die Motivation vom ersten Tag längst weg ist. Herausfinden, was für mich ein schönes Leben ausmacht und es dann auch so führen, statt es auf später zu verschieben. Ich glaube, das passiert nicht durch Nachdenken allein, sondern durch die 1000 Tage selbst: durch das Machen, das Scheitern, das Weitermachen.
Die Doku: mich selbst formen, öffentlich
Und genau deshalb ist dieser Blog mehr als ein Tagebuch. Die 1000 Tage sollen eine Doku werden, ein Versuch, öffentlich festzuhalten, was in 1000 Tagen wirklich erreichbar ist und wie sehr man sich selbst formen kann, wenn man dranbleibt. Vielleicht liest das in zweieinhalb Jahren jemand, der selbst vor einem runden Geburtstag steht, und denkt sich: Okay, so viel geht also. Das würde mir reichen.
Wer ich in 1000 Tagen sein will? Jemand, der die 30 nicht erreicht hat, sondern sich dorthin gebaut hat. Tag für Tag.